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Mozambique 1. Teil (20. – 27. November 2012)

Mozambique 1. Teil (20. – 27. November 2012)

Bei der Einreise nach Mozambique erfahren wir, dass wir nur ein Single Entry Visum lösen können und unser Carnet de Passage nicht gültig ist. Nach ein paar Diskussionen und erfolglosen Überredungsversuchen kaufen wir uns schlussendlich ein einfaches Visum. Auch das mit dem Carnet ist halb so schlimm. Das mosambikanische “Temporary Import Permit” kostet nur USD 5.- (an dieser Grenze, an anderen ist es komischerweise gratis zu haben). Wir wollen das Permit mit einem ziemlich lottrigen 5 Dollarschein bezahlen. Der Beamte am Custom Schalter lamentiert laut, dass er diesen unmöglich annehmen könne. Eine solche Note würde in ganz Mozambique niemand akzeptieren, er wolle eine schöne, neue Note. Auch nachdem wir ihn darauf hingewiesen haben, dass wir die Dollar am gegenüberliegenden Desk von seinem Kollegen als Rückgeld für unsere Visa-Gebühr erhalten haben, nimmt er den Schein nur murrend an… Wir sind froh, als wir die Einreiseformalitäten nach gut einer Stunde hinter uns haben, da uns heute noch eine ziemlich lange Reise bevorsteht. Auf einer Teerstrasse mit mehr Löchern als Teer fahren wir bis nach Tete, wo wir auftanken und Geld holen. Bis zum Tagesziel Chimoio haben wir noch gut 400 km vor uns und es ist bereits 14:00 Uhr. Glücklicherweise beginnt nach Tete eine einwandfreie Teerstrasse und wir kommen auch dank wenig Verkehr gut voran. Kurz nach vier traumhaften Sonnenuntergängen – den gestuften Hügelketten sei dank – und gut 4 ½ Stunden Fahrt in brütender Hitze erreichen wir Chimoio. Wir suchen ein Hotel in der Stadt, aber obwohl der Ort nicht wirklich etwas zu bieten hat, sind alle Zimmer ausgebucht. Wir versuchen unser Glück etwas ausserhalb im Milpark Hotel und werden fündig. Nach einer erfrischenden Dusche gibt es Piri-Piri Chicken und ein verdientes kühles Blondes für den Fahrer.

Wir stehen früh auf und fahren nach dem Frühstück auf einer exzellenten Teerstrasse weiter in Richtung Beira und danach auf der Hauptstrasse EN1 in Richtung Vilanculos. Die Strasse führt entlang der Küste durch stark bewohntes Gebiet und Hunderte von Strassenverkäufern bieten die für Mozambique typischen Mangos und Cashew Nüsse an. Einige riskieren dafür ihr Leben. Sie stehen winkend mitten auf der Strasse, bis wir meinen, abbremsen zu müssen, damit wir sie nicht überfahren. Ein gewagtes Unterfangen, die Einheimischen würden nicht im Entferntesten daran denken, auch nur Bremsbereitschaft zu erstellen. In Muxungue tanken wir und kaufen einem Jungen seine Nüsse ab. Kurz vor Vilanculos wird die Strasse wieder schlechter und wir müssen einigen Schlaglöchern ausweichen. Trotzdem sind wir bereits kurz vor 14:00 Uhr in unserem Hotel und können den restlichen Tag mit Faulenzen verbringen.

Die nächsten zwei Tage verbringen wir mit süssem Nichtstun. Lex will ihren Teint auffrischen und Nägi versucht einen weiteren Sonnenbrand zu vermeiden.

Heute haben wir wieder eine lange Strecke vor uns. Gut 650 km stehen bis Bilene auf dem Programm. Die EN1 ist aber in einwandfreiem Zustand und der Verkehr hält sich ebenfalls in Grenzen. Wir kreuzen oder überholen vereinzelte Lastwagen und Busse und es ist immer wieder etwas überraschend, was und wie geladen ist. Nicht selten sieht man auf den vollgestopften Ladeflächen Menschen, lebende Ziegen oder ein Tuk-Tuk inkl. Fahrer…

In Macia stoppen wir im Shoprite und erkunden dessen Sortiment für unseren nächsten Besuch mit unserer kleinen Reisegruppe, mit welcher wir nach unserer Hochzeit wieder für ein paar Tage nach Mozambique zurückkehren werden. Wir kaufen ein kühles Getränk und fahren die gut 33 km bis nach Bilene. Von dort geht es auf Sandpiste der Lagune entlang zur Villa N Banga. Wir werden herzlich begrüsst und bekommen gleich eine Führung durch die verschiedenen Räumlichkeiten. Danach gönnen wir uns einen kurzen Schwumm in der Lagune und einen Coconut-Cocktail an der Bar bei Sonnenuntergang. Wir lernen ein australisches Päärchen kennen, das zurzeit in Maputo wohnt und im Alu Schmelzwerk nahe der südafrikanischen Grenze arbeitet (welches anscheinend einen Drittel des gesamten Stroms von Mozambique verbraucht!) und essen gemeinsam zu Abend.

In der Nacht fängt es heftig an zu regnen und die vielen Mangos, welche von den Bäumen auf unser Zeltdach donnern, halten uns wach. Leider ist es auch am Morgen noch regnerisch. Und auch die Temperaturen sind mit 25 Grad etwas unangenem kalt für uns. Lex geht auf alle Fälle nur noch mit der Strickjacke aus dem Zelt… Wir gehen frühstücken und lesen auf unserer Veranda. Am Nachmittag hört es auf zu regnen und wir wollen noch den Strand am offenen Meer erkunden. Bei einer Weggabelung entscheiden wir uns zuerst für die linke Piste, wo wir auf der sandigen 4×4 Piste aber bald nicht mehr weiterkommen. Vorerst. Aber dadurch wird nur Nägis Ehrgeiz angestachelt. Luft raus aus den Pneus, Diff-Sperre, Untersetzung und etwas Anlauf und schon ist die erste Steigung geschafft. Lex erkundet in der Zwischenzeit die Gegend zu Fuss und kann mitansehen, wie Nägi auch den nächsten Hügel mit noch etwas mehr Anlauf in Angriff nimmt und bei diesem Experiment fast den Landy zum Kippen bringt (Anm. von Nägi: Dem ist nicht so! Es bestand zu keiner Zeit eine Gefahr für den Landy, den Fahrer oder den Hügel!). Schön sachte bringen wir das Fahrzeug wieder heil runter und tukern den Hügel hinauf zurück.

Wir versuchen noch den zweiten Weg und parkieren diesmal langweilig, aber sicher unterhalb der Sanddünen und gehen zu Fuss weiter. Der Weg führt uns eine steile Sanddüne zum offenen Meer hinunter. Es windet uns fies den Sand ins Gesicht, aber es lohnt sich. Die einsame Landschaft und der raue Ozean ist eine traumhafte Szenerie. Wir spazieren ein wenig der Küste entlang, unterschätzen dabei die hohen Wellen und sind daher innert kürzester Zeit platschnass. Wir kehren ins Hotel zurück und gönnen uns eine sandbefreiende Dusche vor dem Abendessen.

Heute Morgen scheint die Sonne wieder und wir frühstücken gemütlich auf der Beachterrasse. Wir fahren die längere Strecke auf sandiger Piste gut 23 Kilometer zurück nach Bilene. Wir wollen von beiden Strassen die tükischen Stellen kennen, damit wir diese später im Konvoi auch problemlos meistern können. In Bilene erkunden wir noch ein wenig das Städtchen und fahren dann los in Richtung Maputo. Da wir heute bei einem Freund, Michel und seiner Frau Valeria übernachten und die Schokolade erst noch geliefert wird, wollen wir als Geschenk noch Blumen besorgen. Wir fahren ins Zentrum und finden ein Shoppingzenter mit Blumenladen und als wir mit Valeria telefonieren, merken wir, dass wir ganz in der Nähe ihrer Wohnung sind. Wir irren zwar zuerst noch ein wenig herum, finden aber schlussendlich die richtige Adresse. Valeria zeigt uns die Wohnung und übergibt uns die Schlüssel, da sie leider arbeiten gehen muss. Auch Michel ist zurzeit im Ausland. Wir machen uns also zu zweit auf den Weg und spazieren der Strandpromenade entlang und essen etwas Kleines an der Waterfront. Nach einem kurzen Stopp in einem Einkaufszentrum schlendern wir durch die Altstadt zum Bahnhof. In der Nähe trinken wir etwas und fahren dann im Taxi zurück zur Wohnung. Nach einer Dusche wollen wir ein Restaurant suchen. Wir fahren etwas ausserhalb zum Costa do Sol, das leider immer noch wegen Renovation geschlossen ist. Unterwegs stoppt uns die Polizei und wir haben ein riesen Glück, dass sie nur mit uns plaudern wollen und uns dann weiter fahren lassen. Zum ersten Mal haben wir nämlich keine Dokumente dabei. Alle liegen sicher verstaut in der Wohnung… Wir essen etwas Fisch und Meeresfrüchte im Restaurant Sagres. In der Wohnung treffen wir auf Valeria und unterhalten uns noch gemütlich.

Wir stehen mit Valeria auf und frühstücken gemeinsam. Danach fahren wir noch ein wenig durch Maputo und dann bereits zur südafrikanischen Grenze, wo uns für die Ausreise eine lange Schlange erwartet. Trotzdem kommen wir zügig voran und sind nach einem kurzen Stau vor der Grenze bald in Südafrika angelangt.