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Mozambique 2. Teil (3. – 10. Dezember 2012)

Mozambique 2. Teil (3. – 10. Dezember 2012)

Die Sonne geht gerade unter, als wir die Grenze von Südafrika nach Mozambique überschreiten. Wir kommen auch als Gruppe erstaunlich schnell über die Grenze und sind nach gut einer Stunde bereits in Mozambique. Mittlerweile ist es leider bereits dunkel und wir fahren im Konvoi über die unbeleuchtete Strasse nach Maputo. Zum Glück herrscht wenig Verkehr. Um es für die Fahrer aber trotzdem spannend zu machen, sind aber viele andere Verkehrsteilnehmer ohne Licht oder ohne Räder unterwegs… In Maputo angekommen, finden wir ohne Probleme zum Hotel und können dort relativ zügig die Zimmer beziehen. Wir wollen alle kurz das Gepäck abladen und uns dann auf dem schnellsten Weg zum Restaurant Waterfront begeben. Dort wartet Michel, ein guter Freund, welcher in Maputo lebt, bereits auf uns. Lex organisiert den hoteleigenen Bus als Taxi und wir fahren afrikagerecht im komplett überfüllten Minibus los. Weit kommen wir allerdings nicht. Nach ein paar Metern stoppt uns die Polizei und ein äusserst unfreundlicher Polizeibeamter will, dass Nägi, welcher sich mit Lex den Beifahrersitz teilt, alleine aussteigt. Sofort ist klar, dass die Beamten nicht an einem offiziellen Strafzettel interessiert sind. Sie drohen uns damit, dass sie uns zu einem langen Ausflug auf den Posten mitnehmen wollen, wenn wir die Angelegenheit nicht mit einem Beitrag in ihre Kaffikasse erledigen. Das ist Nägi aber zu blöd. Er besteht auf einen korrekten Strafzettel. Da die Beamten einen solchen nicht vor Ort ausstellen können und nach Nägis Hinweis, dass er Bestechung gar nicht mag und den Versuch auch ihrem Vorgesetzten auf dem Posten melden würde, etwas anständiger geworden sind, ist die Sache rasch erledigt und wir können unbescholten (notabene im immer noch überfüllten Bus) weiterfahren. Kurz nach halb zehn sind wir an der Waterfront und essen mit Michel gemütlich zu Abend. Dann geht es zurück ins Hotel, wo einige Unersättliche den Abend noch an der Hotelbar ausklingen lassen.

Am nächsten Morgen regnet es Bindfäden. Michel kommt mit uns frühstücken und wir beschliessen, die geplante Stadttour durch Maputo abzusagen und früher nach Bilene zu fahren. Als wir uns schon verabschiedet haben, wird der Regen allerdings schwächer und Michel kommt nochmals zurück. Zu Fuss machen wir uns auf zu einem Stadtrundgang. Bereits kurz nach dem ersten Posten, der Kathedrale “Nossa Senhora da Conceição”, setzt zwar der Regen wieder ein. Aber im Unterschied zu Michel sind wir Schweizer uns das schlechte Wetter ja gewöhnt und darum geht es weiter durch den Stadtpark, am französisch-mosambikanischen Kulturcenter hinunter zum Fort, durch die Altstadt zum historischen Bahnhofgebäude und zum Abschluss noch auf den Markt. Nach gut zwei Stunden kommen wir etwas feucht, aber dafür viel schlauer und nach dem vielen Essen der letzten Tage auch mit einem extrem guten Gewissen zurück zum Hotel. Claudia und Heidi konnten mit dem Vorführen des Openair St. Gallen Regenschutzes, welcher als wie als transparente Haut über der normalen Strassenkleidung getragen wird, der mosambikanischen Hauptstadt auch noch einen kleinen Style-Tipp zurückgeben…


Es ist bereits kurz nach zwölf, wir checken aus und wollen aus Zeitgründen beim Thailänder in der Nähe von Michels Wohnung etwas Kleines essen. Aber natürlich geht es mit 24 Personen nichts besonders zügig und die Thailänder haben es auch noch nicht geschafft Afrika schneller zu machen… Nun müssen wir uns leider auch schon von Tschopp und Eva verabschieden, die ihren Flug nach Johannesburg erwischen müssen. Nach dem Essen verabschieden uns auch schweren Herzens von Michel und Valeria und fahren erst kurz vor 16:00 Uhr los. Raus aus Maputo geht es durch die lebendigen Vorortbezirke und viele in der Gruppe fühlen sich da zum ersten Mal so richtig in Afrika. Es ist nicht ganz so einfach, hier im Konvoi zusammen zu bleiben, aber wir schaffen es zurück auf die EN1 und dort geht es dann zügiger vorwärts. Dank wenig Verkehr schaffen wir es kurz vor 18:00 nach Macia. Eigentlich wollten wir hier noch einkaufen gehen, aber da wir etwas spät dran sind, verschieben wir diese Übung auf morgen und machen uns sofort auf den Weg nach Bilene.

Begleitet von einem wundervollen Sonnenuntergang erreichen wir das Dorf, von welchem es noch ungefähr 20 Kilometer über Sandpiste zur Villa N Banga geht. Wir entscheiden uns für den kürzeren, etwas schwieriger zu fahrenden Weg entlang des Strandes. Und obwohl es dunkel ist, meistern alle die teilweise tiefen Sandflächen und Wasserdurchfahrten mit Bravour. Und auch wenn die einen oder anderen mal kurz stecken bleiben, schaffen es alle ohne fremde Hilfe und ohne Schaufel wieder weiterzukommen. Und beim nächsten Mal werden auch alle vor dem Durchqueren einer Furt die Fenster schliessen… Begeistert vom Off-Road-Fahren die Jungs und erschöpft von der Reise die Damen kommen wir schlussendlich kurz nach sieben bei der Villa N Banga an. Zur Belohnung gibt es einen Willkommens-Drink in der Kokosnuss und nach dem Zimmerbezug geniessen wir ein gemütliches Abendessen unter freiem Himmel und lassen den Abend an der Bar ausklingen. Viel Anklang findet der in der Region viel getrunkene, aber unheimlich hässliche R&R.

Die Sonne strahlt bereits und es gibt english breakfast mit Eiern, Schinken, Zwiebeln, Tomaten und roten Bohnen. Die meisten verbringen den Tag am Strand mit Faulenzen, Baden und Beach Volleyball spielen. Einige melden sich freiwillig einkaufen zu gehen. Mit zwei Fahrzeugen machen sie sich auf den Weg nach Bilene. Nägi ist ja mittlerweile schon fast heimisch und darum nicht mehr auf ein Navigationsgerät, sondern nur noch auf seinen ausgezeichneten Orientierungssinn angewiesen. Meint er. Als die Sandpiste nach gut 30 Kilometern immer noch nicht zu Ende ist, lohnt es sich nicht mehr umzukehren und die Einkäufer fahren einen relativ grossen Umweg via Macia nach Bilene. Wir staunen nicht schlecht, als sie erst am späten Nachmittag zurückkehren. Dafür aber mit einem riesigen frischen Fisch und 2 Kilo Prawns im Gepäck. Am Abend entfachen wir ein riesiges Feuer und grillieren gut 4 Kilo Rindfilet (1 Kilo = 12 Franken!), den Fisch und die Garnelen. Dazu gibt es verschiedene Salate und Kartoffeln. Leider fängt es bald an zu regnen, also verschieben wir unser Essen unter die Villa ins Trockene. Es wird gespielt und getrunken bis früh in die Morgenstunden. Leider bleibt der Abwasch übrig, den wollen wir morgen erledigen.


Als wir aufwachen, scheint die Sonne wieder und die Heinzelmännchen haben bereits alles abgewaschen und geputzt. Wir bedanken uns herzlich beim Staff. Nach dem Frühstück wandern einige die gut 2 Kilometer Sandpiste zum offenen Meer. Diesmal ist es brütend heiss und es bläst kaum ein Windchen. Über riesige bewachsene Sanddünen gelangen wir zum offenen Meer. Nägi bringt uns mit dem Landy ein paar kühle Getränke. Wir wollen dem Meer entlang zurück zur Villa N Banga spazieren, merken allerdings (nicht besonders bald), dass der Weg entlang dem Strand unmöglich in vernünftiger Zeit zu schaffen ist. Wir versuchen unser Glück querfeldein durch einen buschigen Wald und über eine riesige Düne. Gemäss einem Einheimischen sollte es hier einen Weg zurück zur Lagune geben. Wir finden diesen aber nie. Dafür einen anderen, welcher auf eine Düne und nicht weiter führt… Es ist heiss mit über 40° Celsius, wir haben kein Wasser mehr, Claudi dafür einen kaputten Flipflop, die meisten keine vernünftige Kopfbedeckung, kein Handyempfang und keine Ahnung, wo genau wir sind. Ideale Voraussetzungen für ein Management Teamseminar.

Wir entscheiden uns, nicht mehr weiter nach neuen Wegen zu suchen, sondern zum Ausgangspunkt zurück zu gehen. Irgendwann erreicht Lex auch Nägi und engagiert ihn als Wasserträger. Wir kühlen uns im Meer ab und nehmen den Endspurt in Angriff. Nachdem wir irgendwo in der Ferne dann Nägi mit einem 5 Liter Wasserkanister sehen, ist das kleine Abenteuer auch schon fast ausgestanden. Noch gut eine halbe Stunde und dann noch eine letzte steile Düne hinauf und wir haben es geschafft. Erschöpft, aber gut gelaunt nach dem Survival-Training gönnen wir uns einen erfrischenden Schwumm in der Lagune. Am Abend gibt es ein ganzes Spanferkel, Fisch Curry und Kartoffelstock. Wir geniessen den Abend auf der Beachterrasse und kurz nach dem Essen kommt Nägi’s und Lex Überraschung zum bunten Abend 😉 Die Damenriege des naheliegenden Dorfes Nhabanga führt für uns ihre Abendunterhaltung auf. Bereits nach kurzer Zeit ist das ganze Dorf versammelt und sogar Pablo legt noch eine flotte Sohle aufs Parkett. Den restlichen Abend geniessen wir mit verhältnismässig lauter Musik und einige mit Piri-Piri Tequilas (nicht zu empfehlen!) an der Bar am Meer. Schweren Herzens müssen wir uns dann bereits von Claudi, Simi und Paula sowie Chris und Julia verabschieden, die morgen früh bereits aufbrechen müssen.

Das Glück ist mit uns, die Sonne scheint wieder und es hat kaum ein Wölkchen. Während die früher Zuückkehrenden betrübt am Flughafen auf den Flug nach Hause warten, verbringen wir den ganzen Tag faul im Meer, am Strand und auf der Strandterrasse. Am Abend essen wir A-la-Carte und gehen vernünftig nach ein, zwei Schlummis ins Bett. Morgen müssen wir früh los.

Um 7:00 Uhr gibt es Frühstück, danach verabschieden wir uns vom ganzen Team. Im Konvoi fahren wir die etwas längere Strecke auf teils auch sehr sandiger Piste gut 23 km zurück nach Bilene. Diesmal nehmen wir den richtigen Abzweiger.


Wir kommen problemlos nach Bilene und fahren gleich zügig weiter nach Macia. Dort müssen einige von uns auftanken. Wir fahren weiter nach Maputo, wo wir kurze Zeit im Stau stehen. Jetzt heisst es leider definitiv Abschied nehmen. Am Strassenrand wird umarmt und tschüss gesagt und Nägi und Lex winken noch allen nach. Wieder zu zweit fahren wir weiter nach Maputo zur Fähre nach Catembe. Wir kommen gerade pünktlich und können gleich auf die Fähre fahren. Eigentlich wollten wir noch an Michels Hochzeitslunch vorbei schauen, aber da die Fahrt nach Ponta Mamoli sich auch noch in die Länge zieht, wollen wir lieber die frühere Fähre nehmen.

Eine schlechte und teils tiefe Sandpiste führt uns in Richtung Süden. Unterwegs verschenken wir ein paar Kindern noch unseren IKEA Stoffball. Der grösste Teil der Strecke ist sandig, aber zwischendurch hat es noch ganz schlechte Teerpassagen, eigentlich mehr Löcher als Teer und daher nicht wirklich schneller zu befahren. Am späten Nachmittag treffen wir im White Pearl ein und dürfen gleich unsere Suite mit Planschpool beziehen. Wir verbringen den restlichen Tag auf der wunderschönen Terrasse und gehen gleich nach dem Abendessen früh schlafen.

Wir schlafen aus und gehen frühstücken. Heute wollen wir nichts tun und einfach unsere Suite geniessen. Wir lesen, baden, gehen kurz Mittagessen und schreiben noch ein wenig Blog. Am Abend geniessen wir ein romantisches tète a tète unter dem afrikanischen Sternenhimmel am Strand.

Nach dem Frühstück fahren wir die miserable Teerstrasse zurück zum Abzweiger zur Grenze. Die nächsten 15 Kilometer führen uns durch tiefsandige und teils matschige Strassen zur Grenze und wir fragen uns immer wieder, ob dies wirklich die einzige direkte Verbindung zwischen Südafrika und Mozambique ist. Die letzten 100 Meter zur Grenze bringen wir mehr schleudernd als fahrend hinter uns. Dafür ist die Ausreise umso effizienter.